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Lieblingsbilder .... und ihre Geschichte

KünstlerInnen präsentieren ihre Favoriten

Beweggründe, Hintergründe, Abgründe
Leichtes und Schweres
das Besondere und der Alltag
Prosa und Lyrik
Gesellschaft und Individuum
finden sich in den Bildern wieder

In dieser Ausstellung lassen uns die KünstlerInnen
an ihren Wegen und Geschichten zu den Bildern teilhaben.

Hèléne H. Wulff-Haour, Stapel
Karl Kodritsch Bremen
Christa Siegmüller Bremen
Kima A. Truzenberger Bremen
Ulrike Klose Achim
Guido Wandrey Achim
Cordula Kagemann Bremen
Gudrun Kreienmeyer Bremen
Helga Busch Hassendorf

Eröffnung 13.7.2007 19.00 h
zu sehen bis auf weiteres

Guido Wandrey

Helga Busch

Acryl/Schellack auf Pappe
65 × 85

Chaos und Ordnung
erlebe ich in meiner ganz
persönlichen Lebensgestaltung
in der Natur wie in allen
Äusserungen des Miteinanders um
mich herum.
Es scheint als sättige sich die
Ordnung an sich selbst bis sie im
Förmlichen fast erstarrt
mit letzter Kraft sich in die
Bewegung befreit und wirbelnd
ausfliesst in die Köstlichkeit
reiner ekstatischer Freude.
Und will doch immer wieder
zurück.
In der Auseinandersetzung mit
diesem Thema und dem Versuch
einer Umsetzung tröstet mich
heute dass Ordnung nicht ewige
Starre bedeutet sondern
Struktur und Klarheit – für eine
Weile. Und dann ?
Unweigerlich zerstört verhöhnt und
hinterfragt das Chaos meine
Ordnungen eröffnet mir neue
Möglichkeiten führt mich
ungedachte überraschende Wege
und hält damit mich in Bewegung.
Bis sich alles wieder in eine
Ordnung fügt das Chaos
eingegrenzt wird willig seine
Form findet und eine Weile mit
Freude schöpferisch ausruhen
kann. Puh.
Dieses ewige in Bewegung sein
habe ich über die Form – Viereck
und Kreise – und das
Überfliessende von Farben und
Auflösende von Formen zu
packen versucht.
Die Betrachtung sollte mir stets
beide Möglichkeiten der
Wandlung von einem zum anderen
verdeutlichen – und mich
manchmal trösten manchmal
anspornen. Tja.

Karl Kodritsch

Öl auf Leinen
100 × 130

Der Bruderkrieg oder Hahnenkampf
entstand 1991, zum Ausbruch des Krieges
im damaligen Jugoslawien!

Als bekennender Jugoslawien-Fan, der in
einem kleinen Fischerdorf namens
Mosenicka Draga, in der Nähe Opatia auf
Istrien seinen Urlaub verbrachte,
die Kultur und vor allem die Menschen dort
ins Herz geschlossen hat ….
beim Bürgermeister und zugleich
Hafenkommandanten und seiner Familie
immer Unterkunft bekam und nach allen
Regeln der Herzlichkeit verwöhnt wurde!

Das alles war auf einmal vorbei
ein Krieg brach aus, ein für mich völlig
unverständlicher und sinnloser Krieg, der ob seiner
sadistischen und grausamen Befehlshaber und
Feldherren einen traurigen Part in der
Geschichtsschreibung übernahm!

Seitdem habe ich den Boden Istriens nie mehr
betreten!… aber vielleicht sollte ich
wieder mal
hinfahren… sehen
was sich verändert hat … das
Geschehene ignorieren und neues aufnehmen…
… neue Freunde kennenlernen, … einfach versuchen
das Leben zu geniessen und die
Trauer über
Geschehenes langsam
vergessen!
Karl S. Kodritsch

Gudrun Kreienmeyer

Märchenwald
70 × 100
Acryl/Ölkreide auf Leinwand, 2006

Im Spätherbst 2006 – in den Monaten davor hatte ich mit den
Kontrasten der Primärfarben und schmalen Hochformaten
experimentiert – sah mich immer öfter der Keilrahmen mit der
grauweissen Grundierung und einigen schwarzen ??Einsprengseln an. Ein Bild nur in schwarz-weiß bzw. in Grautönen ? Wäre das nicht zu bedrückend ? Andererseits:
der November mit seinen dunklen Abenden, den ??Nebelschwaden über dem Torfkanal und den Seen im ??
Bürgerpark hat auch immer etwas Reizvolles und
Geheimnisvolles. Geschichten von mondbeschienenen Nächten
von Trollen und Feen spukten durch meinen Kopf. Ich nahm
die Herausforderung an: eine Komposition ausschliesslich in
schwarz-weiß. Schicht über Schicht wurde zunächst mit der
Rolle, dann mit dem Spachtelmesser aufgetragen.
An einzelnen Stellen Farbe weggekratzt, Strukturpaste
hinein gerieben, wieder übermalt und zum Schluss
?? die Umrisse und Kanten mit weißer Ölkreide betont. Das Bild??
strahlte zunehmend Kraft aus und wurde lebendig. Seltene
Pflanzen und geheimnisvolle Lebewesen erschienen auf der
Leinwand und verwandelten die Schwarzweiß-Komposition in
einen Märchenwald und in mein derzeitiges Lieblingsbild.
Im Nachhinein hat mich das Bild dann zu dem folgenden
Gedicht inspiriert:

“Märchenwald”

Mondlicht
silbrig glänzend,
geheimnisvolle Schatten werfend.
Seltsame Blüten und Pflanzen
tanzen elfengleich im Wind.
Äste werden lebendig,
wispern und raunen leise.
Stille.